Liebe Gäste, unser Museum macht die gesamte 1200-jährige Geschichte der Burg- und Schlossanlage erleb- und erfahrbar. Vielseitige Ausstellungen machen Ihren Besuch zu einem Erlebnis.

Pfalz-, Burg-, Schloss-, Bau- und Nutzungsgeschichte

Es erwarten Sie die Ausstellungen zur Pfalz-, Burg- und Schlossgeschichte. Interessante Exponate geben Ihnen einen Eindruck von der wechselvollen Historie. Auch die bewegte Bau- und Nutzungsgeschichte wird Ihnen in einer Ausstellung nahegebracht. Die Burg- und Schlossanlage bietet Ihnen die einmalige Möglichkeit, sich auf den Spuren der Baugeschichte von der Spätromanik, über die Gotik und Renaissance bis hin zum Barock und Historismus zu begeben. Einzigartig ist der spätmittelalterliche Palas, in dessen Erdgeschoss sich die Hofstube, der authentische Ort der Fürstenpredigt, und die Burgküche befinden, die zu den größten und bedeutendsten in Europa gehört. Herrschaftliche Räumlichkeiten und die Schlosskapelle vermitteln Ihnen ein exemplarisches Bild des mitteldeutschen Barock.

 

1523 – Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes

Außerdem erwartet Sie die vielbeachtete Dauerausstellung „1523-Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes“, die mit dem Sonderpreis an Straße der Romanik vom Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde. Im Fokus steht der Theologe und Reformator Thomas Müntzer, der von 1523 bis 1524 Pfarrer an der Neustädter St. Johanniskirche in Allstedt war. Zunächst ein Weggefährte Luthers, wurde er später zu dessen größtem Widersacher. In Allstedt sah Müntzer die Chance gekommen, eine „wahrhaft“ christliche Gemeinde aufzubauen, wie sie in der Anfangszeit der Kirche bestand. Als erster Reformator überhaupt, hielt er einen Gottesdienst komplett in deutscher Sprache und schuf eine Gottesdienstordnung für den Alltag (Evangelisches Kirchenamt) und die Sonn- und Feiertage (Deutsch-Evangelische Messe). Den Gottesdienst feierte er - nach Vorbild der frühchristlichen Gemeinden - mit dem Gesicht zur Gemeinde gerichtet. Müntzers Allstedter Zeit gehörte zu den schaffensreichsten seines Lebens. Seine hier entstandenen Schriften und Drucke beeinflussten nachhaltig das Reformationsgeschehen. Als Höhepunkt der Ausstellung dient die Hofstube, der authentische Ort der berühmten Fürstenpredigt, die Müntzer am 13. Juli 1524 vor Herzog Johann dem Beständigen und dessen Sohn Johann Friedrich hielt. Er predigte über das zweite Kapitel des Buches Daniel vom Niedergang der Weltreiche, dem Aufstieg der Christenheit und der Rolle, welche die Obrigkeit in jener Zeit, in der er die Apokalypse kurz bevorstehend glaubte, einzunehmen habe. Die Predigt erhielt den Titel „Auslegung des andern Unterschieds des Propheten Danielis. Die Fürsten wurden dazu aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und mit Müntzer den gottgewollten Weg zur Erneuerung der Christenheit zu gehen. Sofern sie diesem Weg jedoch nicht folgen würden, so werde ihnen das Schwert, das Symbol ihrer Herrschaft, genommen werden müssen. Sofort wurde diese beachtenswerte Predigt gedruckt.
Um Kindern den Reformator Thomas Müntzers Leben und Wirken näher zu bringen, wurden in der gesamten Ausstellung Stationen eingefügt, die sie dazu einladen, auf Entdeckungstour zu gehen.

Johann Wolfgang von Goethe

Eine weitere Ausstellung widmet sich dem weltberühmten Dichter und Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe, der in seiner Funktion als Staatsminister von 1776 bis 1782 mehrfach in Allstedt weilte. Dort schrieb er nachweislich die ersten drei Akte seines bedeutenden klassischen Dramas „Iphigenie auf Tauris“. Die Ausstellung gliedert sich harmonisch in das barocke Kamingemach ein, das von einer prachtvollen Stuckdecke der Gebrüder Carcani gekrönt wird.

Eisenkunstgusssammlung Horn/Mägdesprung

Eine beachtliche Eisenkunstgussausstellung rundet Ihren Besuch ab. In ihr werden 200 Kostbarkeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts von der über 1000 Objekte umfassenden Sammlung gezeigt. Neben Werken der Eisenkunstgusshütte Mägdesprung im Harz, erwarten Sie u. a. Objekte aus der Königlichen Eisengießerei Berlin und der Eisenfaktorei Ilsenburg sowie Entwurfs- und Werkszeichnungen.